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Chronik der Schützengesellschaft Höver

Von der Wehrgemeinschaft zur olympischen Disziplin

Es gibt wohl kaum ein Brauchtum, das sich über Jahrhunderte so behaupten konnte, wie das Schützenwesen. In welcher Ortschaft will man schon das alljährlich wiederkehrende Volksfest missen? Es ist oftmals die einzige Gelegenheit, jung und alt, arm und reich für wenige Tage im Jahr zusammenzuführen zu einer Gemeinschaft, die in unserer so schnelllebigen Zeit gar nicht mehr selbstverständlich ist.

Der Ursprung des Schützenwesens lag jedoch nicht nur im Verlangen unserer Vorfahren nach geselligem Beisammensein und fröhlichem Umtrunk. Es entstand zu einem wesentlichen Teil aus der Notwendigkeit, sich selbst, seine Familie und sein Hab und Gut zu schützen. Hier waren vor allem die Bewohner von nicht befestigten Ortschaften gefordert, die nicht wohlbehütet hinter wehrhaften Stadtmauern wohnten. Sie schlossen sich zu Wehr- oder Schützengemeinschaften zusammen, um ihr Gemeinwesen gegen plündernde und mordende Banden zu bewahren.

Übrigens sahen es die Landesherren auch gerne, wenn ihre Untertanen im Umgang mit der Waffe geübt waren. Sie rekrutierten ihre Streitkräfte zu einem wesentlichen Teil aus den Kreisen dieser wehrhaften Männer. Aus diesem Grunde duldeten sie sogar manche Wilddieberei, gestanden auch in Anerkennung für geleistete Kriegsdienste hier und da das Jagdrecht zu. Als Beispiel soll das „Große Freie“ dienen, das zum wesentlichen aus dem südlichen Teil des Altkreises Burgdorf besteht. Aus seinen Ortschaften wurden während des Dreißigjährigen Krieges zeitweise bis zu 600 Mann im Jahr zu den Waffen gerufen. Dafür durften sie ihre Waffen offen tragen, auf die Jagd gehen und sich im Waffengebrauch üben.

Ein weiterer Ursprung liegt sicherlich auch in dem alten germanischen Brauch, sich in jedem Frühjahr im Wettkampf zu messen. Das Vogelschießen - zuerst auf lebende, später dann auf hölzerne Vögel - ist vermutlich darauf zurückzuführen. In der Schützenbruderschaft „Das Große Freie“, der auch unsere Schützengesellschaft angehört, schießt man schon seit dem 17. Jahrhundert auf einen silbernen Vogel. Hat man in früheren Zeiten mit der Armbrust auf Nachbildungen von jagdbarem Wild geschossen, so verbreitete sich mit dem Aufkommen der Feuerwaffen später das Schießen auf Scheiben.

Im Laufe der zurückliegenden Jahrhunderte, als die Zeiten ruhiger wurden und unser Gemeinwesen nach und nach erstarkte, fanden sich alljährlich Männer zusammen, um im Frühjahr den friedlichen Wettkampf im Schießen auszuüben. Wenn es auch hier und da - vor allem in den Städten - schon Schützengilden gab, so waren es keineswegs festgefügte Vereine in der heutigen Form. Man traf sich zum Zwecke des Wettkampfes, feierte aus diesem Anlass auch ordentlich (oftmals sogar unordentlich) und ging dann wieder auseinander bis zum nächsten Jahr. Eine Teilnahme an diesen Wettkämpfen konnte sich durchaus lohnen. Vielerorts winkten dem Sieger eine Befreiung von Abgaben oder andere Privilegien. Zunehmend gewann auch das Aussetzen von Preisen an Bedeutung.

Die weiter fortschreitende Reglementierung im öffentlichen Leben hatte zur Folge, dass die Jahr für Jahr wiederkehrenden Wettbewerbe und anschließenden Feierlichkeiten sich festen Ordnungsprinzipien fügen mussten. Seitens der Obrigkeit kam es häufig zu Verboten und Auflagen wegen teilweise zügelloser Ausschreitungen oder mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen, die nicht mehr den zeitgemäßen Vorstellungen von Ordnung und Sicherheit entsprachen.

So schlossen sich die Anhänger des Schützenwesens stärker als bisher in Vereinen zusammen und pflegten den Schießsport innerhalb dieser Gemeinschaften. Die regelmäßig, meist jährlich wiederkehrenden Schützenfeste wurden dann auch in der Verantwortlichkeit dieser Vereine durchgeführt. Damit hatten sie die Aufgabe übernommen, das aus uraltem Brauchtum überlieferte Frühjahrsfest als örtliches Schützen- und Volksfest weiterzuführen, welches vielerorts - wie in der Vergangenheit - der Höhepunkt des Jahres ist.

Die Schützenvereine haben jedoch nicht nur ihren hohen Stellenwert in der Brauchtumspflege und der Förderung des Gemeinschaftsgeistes, sie haben sich auch um die Sportförderung verdient gemacht. Beim Schießsport ist es wie bei vielen anderen Sportarten: Altes Brauchtum hat sich zu einem ernsthaften Sport, ja zu einer olympischen Disziplin entwickelt. Ohne die Schützenvereine wäre das nicht möglich gewesen.

Brauchtum und Gemeinschaftsgeist - Jahrzehnte lang die Ideale des Vereins

Die Geschichte des Schützenwesens in Höver mag wohl ähnlich verlaufen sein wie in den anderen Ortschaften des Großen Freien und unserer näheren Heimat. Wir können uns nicht auf Urkunden berufen; nur der alte Flurname „Güldenbusch“ kündet davon, dass auch bei uns in früheren Jahrhunderten das Schießen fleißig gepflegt wurde. Er war wahrscheinlich ein Holz, dessen Nutzung der Schützengilde zufiel, daher der Name „Gildebusch“.

Die ersten Jahrzehnte der Vereinsgeschichte unserer Schützengesellschaft sind ebenfalls nicht dokumentiert. Alle Aufzeichnungen gingen in den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg verloren. Es ist das Verdienst unseres damaligen Schützenbruders Kurt Fenske, dass diese Zeit nicht ganz im Dunkeln verblieben ist. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens unserer Schützengesellschaft hat er aus Erinnerungsbeiträgen alter, inzwischen verstorbener Schützenbrüder das Vereinsgeschehen bis zum Zweiten Weltkrieg festgehalten. Ein glücklicher Zufall spielte dem Chronisten diesen Aufsatz zu, so dass er die Anfänge unserer Vereinsgeschichte niederschreiben konnte.

Auch in Höver fanden sich zu Anfang unseres Jahrhunderts Jahr für Jahr um die Pfingstzeit schießfreudige Männer zusammen, um den König auszuschießen. Dabei ging es beileibe nicht so korrekt zu, wie beim heutigen Königsschießen. Man setzte voraus, dass der Würdenträger in der Lage war, gehörig etwas „springen“ zu lassen. Da aber zu jener Zeit Vesper und Bier eine Menge Geld kosteten, scheute sich fast jeder, die Königswürde zu erlangen. So wurde der Auserwählte meist vorher bestimmt.

Das war auch im Jahre 1911 so. Als Schützenbruder Heinrich Rathmann seine ersten beiden Schüsse abgegeben hatte, zeigten ihm die Scheibenkieker an, dass er zweimal ins Schwarze getroffen hätte. Aber er wollte sich nicht leimen lassen und setzte den dritten Schuss in den Sand. Geholfen hat ihm das aber gar nicht. Die Scheibenkieker zeigten wieder eine Zwölf an, und Heinrich Rathmann wurde zum König ausgerufen. Sein lebhafter Protest, er habe beim dritten Mal in die Erde geschossen, wurde mit dem Hinweis abgetan, die dritte Kugel habe ihren Weg als Querschläger gefunden.

Dieses Vorkommnis war der eigentliche Anlass zur Gründung der Schützengesellschaft Höver im Frühjahr 1912. Zunächst blieb es auch weiterhin beim losen Zusammenschluss schießbegeisterter Männer, die sich wie bisher vor Pfingsten zusammenfanden, um den König auszuschießen. Mit der Zahlung eines einmaligen Festbeitrages waren die Bedingungen für die Mitgliedschaft im betroffenen Jahr erfüllt.

Im Jahr 1912 fand dann das erste Schützenfest statt, zu dem ein Zelt aus Dolgen geholt wurde. Die erste Königswürde im neugegründeten Verein errang Ernst Köhler, der spätere langjährige Bürgermeister von Höver. Ihm folgte 1913 Friedrich Prüße, der Vater unseres späteren 1. Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden. Im Jahr 1914 war es dann Wilhelm Holze. Der Erste Weltkrieg unterbrach erst einmal die Reihe der jährlichen Schützenfeste.

Wiederbeginn und Aufbaujahre nach dem Ersten Weltkrieg

Erst 1922 fanden sich die Mitglieder erneut zusammen, um das Vereinsleben wieder aufleben zu lassen. Trotz des noch immer losen Zusammenschlusses zeigte sich in der Folgezeit, dass hier eine Gemeinschaft gewachsen war, die - wir wir heute wissen - über Jahrzehnte hinweg bestehen sollte.

Zweifellos hat das beharrliche Festhalten an der Tradition der Schützenfeste den Zusammenhalt gefördert. Mit dem Wiederbeginn der noch jungen Schützengesellschaft wurden sie alljährlich bis zum Ausbruch des großen Völkermordens im Jahre 1939 durchgeführt. Mit klingendem Spiel und blumengeschmückten Gewehren ging es durch das reichgeschmückte Dorf. Der alte und der neue Schützenkönig wurden feierlich eingeholt, und dann vereinte ein froher Tanz die Dorfgemeinschaft bis zum frühen Morgen. Am zweiten Festtag feierte Höver stets unter sich. Nach dem traditionellen Festschmaus ging es wieder zum Haus des neuen Königs, an dem dann die Königsscheibe angenagelt wurde. Nach Ansprachen und fröhlichem Umtrunk ging es wieder zurück ins Zelt, wo die ganze Dorfgemeinschaft wieder bis zum frühen Morgen feierte.

Ein weiteres deutliches Zeichen für ihren Willen zur Gemeinsamkeit setzten unsere damaligen Schützenbrüder, als sie am 17. Mai 1931 ihre Schützenfahne weihten. Sie wird heute als Traditionsfahne in Ehren gehalten.

Bis in die Gründungszeit der Schützengesellschaft wurde am Bilmer Weg geschossen. In den darauf folgenden Jahren geschah dies in der Tongrube, dem späteren großen Teich der Alemannia. Als diese zum Wasserspeicher umgestaltet wurde, baute der Bruchmeister Albert Klose auf dem Werksgelände der Zementfabrik einen neuen, nur provisorischen Schießstand. Da dieser aber keine Sicherheit verbürgte, weil streuende Kugeln Menschen und Tiere gefährden konnten, suchte und fand man eine neue Lösung. Es wurde eine Schießanlage über dem Graben errichtet, der am Sportplatz entlang führte. Doch auch dieser Stand hatte keine lange Lebensdauer, da er durch den Bau der Straße nach dem Sportplatz zu einer Gefahrenquelle wurde.

Schließlich wurde die beste Lösung in einem Schießstand auf dem Sportplatz selbst gefunden, dort wo sich heute die Minigolfanlage befindet. Er verdankte sein Entstehen in der Hauptsache dem eifrigen Wirken und Werken des Vorsitzenden Heinrich Peine. Erbaut wurde er vom späteren Ehrenmitglied Adolf Bartels mit Hilfe von Zuschüssen der Gemeinde. Es ist als Zeichen einer besonders vorbildlichen Zusammengehörigkeit zu werten, dass sich am Bau alle Schützenbrüder, ob jung oder alt, fleißig beteiligten und so manche Stunden ihrer Freizeit dafür opferten. Dieser Schießstand, der für dörfliche Verhältnisse wohl einmalig war, besaß zwei Stände mit elektrischer Anzeigevorrichtung. So mancher Verein hat Höver um diese vortreffliche Anlage beneidet. Leider hat der Zweite Weltkrieg auch hier sein zerstörerisches Werk verrichtet und den Schießstand fast vollkommen vernichtet.

1939 sollte für die Schützengesellschaft eigentlich ein Jahr des Neubeginns sein. Man erkannte endlich die Notwendigkeit, auch der Jugend den Zugang zum Verein zu ermöglichen, und gründete erstmals eine Jungschützenabteilung. Die folgenschweren Ereignisse dieses Jahres bewirkten leider, dass der Nachwuchs nur einmal noch zum Wettkampf um die Königswürde antreten konnte. Der erste und einzige Jungschützenkönig vor dem Zweiten Weltkrieg war Günter Michelmann.

Knapp zwei Jahrzehnte, in denen viel geschehen war, um den Verein zusammenwachsen zu lassen, in denen auch viel Aufbauarbeit geleistet wurde, fanden dann ein jähes Ende durch den Ausbruch des unseligen Weltkrieges. Jedoch hatte damals wohl niemand geglaubt - auch die größten Pessimisten nicht -‚ dass es 16 lange leidvolle Jahre dauern sollte, bis man in Höver wieder ein Schützenfest feiern konnte.

1957 ist das Geburtsjahr der Damenabteilung

Ein weiterer Meilenstein in der Vereingeschichte ist das Jahr 1957. Am 5. Januar wurde die Gründung der Damenabteilung beschlossen. Schon bald stellte sich heraus, dass diese Entscheidung den Verein wieder ein gutes Stück vorwärts brachte. Die neuen Schützenschwestern unter ihrer ersten Damenleiterin Anni Fischer gaben dem Vereinsleben mit ihren Aktivitäten neue Impulse und leisteten damit einen unschätzbaren Beitrag zum weiteren Gedeihen der Schützengesellschaft. Schon im Jahr ihrer Aufnahme beteiligten sie sich am Königsschießen; ihre erste Königin wurde Anni Latenberg. Die Krone, das sichtbare Zeichen der Königinnenwürde, stiftete die Firma Meyer aus Ilten.

Dass der Verein sich im Gegensatz zu den ersten Jahrzehnten seines Bestehens auch organisatorisch immer mehr festigte, mag man daran feststellen, dass er sich 1961 eine Satzung gab und sich gleichzeitig ins Vereinsregister eintragen ließ. Das Anwachsen auf über 200 Mitglieder macht auch deutlich, welchen Stellenwert die Schützengesellschaft innerhalb der Dorfgemeinschaft in diesen wenigen Jahren seit der Wiedergründung erreichte.

1962 stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Bestehens. Aus diesem festlichen Anlass wurden außer den traditionellen Königsscheiben drei zusätzliche Scheiben ausgeschossen; die Gründerscheibe errang Erich Bartels, die von Heinrich Grote geschnitzte Jubiläumsscheibe Alfred Doliwa und die Volksscheibe Wolfgang Peine. Eine besondere Ehrung erfuhren beim Jubiläumsschützenfest neun Schützenbrüder, die 1912 die Gesellschaft mitgegründet hatten und ihr 50 Jahre lang treu geblieben waren. Das waren Adolf Bartels, Wilhelm Grefe, Heinrich Grote, Wilhelm Heger, Heinrich Jöhrens, Heinrich Lüpke, Friedrich Ostermeyer, Heinrich Rathmann und Gustav Sievers.

Um auch die Jugend frühzeitig an die Tradition des Schützenwesens heranzuführen, wurde mit der Wiedergründung 1954 gleichzeitig die Jungschützenabteilung gegründet. 1965 ging man noch einen sinnvollen Schritt weiter. Die Jahreshaupt­versammlung beschloss auf Antrag von Kurt Fenske, eine Schülerabteilung zu bilden, in die 12- bis 15jährige Mädchen und Jungen aufgenommen werden konnten.

Diese Aufbauarbeit mit der Jugend trug natürlich reichlich Früchte. Die Schützengesellschaft Höver war mit vielen Mannschaften bei schießsportlichen Wettbewer­ben erfolgreich, sei es auf Kreis- oder Bezirksebene oder auch beim Große-Freie-Schießen. Beispielhaft sei hier Reiner Hoffmüller genannt, der 1978 Landesjugendmeister wurde und an der Deutschen Meisterschaft in München teilgenommen hat.

Beim jährlichen Kreiskönigsschießen des Altkreises Burgdorf waren zwei höversche Schützenköniginnen erfolgreich: Kreisköniginnen wurden 1968 Marga Peine und 1973 Annegret Wigger. Unsere Majestäten können auch auf Erfolge zurückblicken, wenn es um die Würde der Besten in der Gemeinde Sehnde geht. Gemeindekönige wurden 1977 Georg Theiner, 1979 Wilhelm Kaune, 1983 Heinrich Lüpke und 1985 Alfons Klapper. Ellen Hein war ebenfalls 1985 Gemeindekönigin, bei den Jungschützen setzte sich Anja Gohlke 1984 durch, und 1985 schaffte es Carola Rex als Schülerkönigin.

Nicht vergessen werden soll, dass sich die Ehepaare der Schützengesellschaft schon lange regelmäßig am jährlichen Er-und-Sie-Schießen des Kreisschützenverbandes Burgdorf beteiligen. Seit 1971 finden gemeinsame Wettkämpfe mit den Schützenschwestern und Schützenbrüdern aus Ahlten, Anderten und Bilm um den Pokal der Nordcement statt.

Das vereinsinterne Schießen wurde im Laufe der Jahre ebenfalls belebt. Seit der Wiedergründung des Vereins wird im Frühjahr um die Königswürden und im Herbst um Pokale geschossen. 1968 wurde erstmals ein Preissschießen durchgeführt, bei dem Fleischpreise ausgesetzt waren. Lange Tradition hat mittlerweile auch das Eierschießen, das alljährlich vor Ostern stattfindet.

Schießsport und Geselligkeit gehören zusammen

Parallel zur Förderung der schießsportlichen Veranstaltungen entwickelte sich auch der gesellige Teil des Vereinslebens. Beispielhaft ist der inzwischen schon traditionelle jährliche Preisskat, der von dem leider viel zu früh verstorbenen Schützenbruder Wilhelm Kiehne 1976 ins Leben gerufen wurde. Die höverschen Schützen beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Pflege der vereinsinternen Gemeinschaft, sie suchten auch immer den Kontakt zu anderen Vereinen, sei es auf örtlicher Ebene wie z. B. bei den Ortsfesten oder auch über die Ortsgrenzen hinaus. Besonders erwähnt werden soll hier die 1975 eingeleitete Patenschaft zum Versorgungsbataillon 1 Hannover der Bundeswehr. Diese Verbindung war sehr lebhaft und führte zu vielen gegenseitigen Besuchen. Ein bedauerlicher Unfall beim Schützenfest 1978 hatte leider zur Folge, dass sie nach wenigen Jahren wieder einschlief.

In der Vereinsführung gab es 1971 den zweiten Wechsel seit der Wiedergründung. Die langjährigen Vorsitzenden, Friedrich Prüße und sein Stellvertreter Willi Fischer, übergaben ihre Ämter in jüngere Hände. Wegen seiner Verdienste für die Gesellschaft wurde Friedrich Prüße anlässlich des Sommerschützenfestes zum Ehrenvorsitzen­den ernannt, und Willi Fischer wurde als Anerkennung die Ehrenmitgliedschaft angetragen. Den neuen Vorsitz übernahmen Herbert Busche als 1. Vorsitzender und Günter Rose als 2. Vorsitzender. Dieser wurde nach seiner Ablösung im Jahr 1978 durch Dr. Heinrich Meyer ebenfalls Ehrenmitglied.

Das Schützenfest des Jahres 1972 wurde ganz im Zeichen des 60-jährigen Bestehens der Gesellschaft gefeiert und gab Anlass zu zahlreichen Ehrungen. Zwei Schützenbrüder wurden dabei besonders bedacht, nämlich Heinrich Grote und Wilhelm Heger als Gründungsmitglieder und für ihre 60-jährige Treue zum Verein.

Seit jeher bestand zwischen der Nordcement in Höver und der Schützengesell­schaft eine enge Bindung, die auf vielfältige Art und Weise zur Förderung des Schüt­zenwesens beigetragen hat. Dank dieses Engagements der Nordcement kam es zu einem weiteren Schießwettbewerb bei den Sommerschützenfesten. Seit 1980 kann von den Einwohnern aus Höver, die nicht Mitglied der Schützengesellschaft sind, auf die Volksscheibe geschossen werden. Die Würde der Volkskönigin bzw. des Volkskönigs errangen bisher Hannelore Januschewitz (1980), Helmut Weese (1981), Uwe Steinke (1982), Wolfgang Kiehne (1983) und Waltraud Dunemann (1984, 1985 und 1986).

Jubiläum der Damenabteilung und Fahnenweihe

Zwei große Ereignisse markierten das Jahr 1982. Die Damenabteilung konnte ihr 25jähriges Bestehen feiern, und für die Schützengesellschaft wurde eine neue Fahne geweiht. Die alte Fahne, die 1923 angeschafft wurde und jetzt als Traditions­fahne ihren Ehrenplatz im Schützenheim erhalten hat, hätte nur unter großem Aufwand restauriert werden können. So reifte der Beschluß zur Beschaffung einer neuen Fahne, die durch Umlagen und großzügige Spenden finanziert wurde. Ein großartiger Festakt auf dem Schulhof bildete den feierlichen Rahmen für diese beiden denkwürdigen Ereignisse. Vor allem die Fahnenweihe war sicher ein unver­gessliches Erlebnis für alle Beteiligten. Trotz dieser Konkurrenz kam aber auch die Damenabteilung zu ihrem Recht. Damenleiterin Renate Stieger konnte zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen, und die Schützenschwestern hatten alle reichlich Gelegenheit, die folgenden Festtage zu ihrem Jubelfest zu gestalten. Aus Anlass des 25. Geburtstages stiftete Jutta Weise eine Jubiläumsscheibe, die von Karin Zimmer nach hartem Wettkampf errungen wurde.

Im folgenden Jahr 1983 ging die Führung des Vereins in neue Hände über. Herbert Busche, jetziger Ehrenvorsitzender, übergab sie an Klaus Papenberg. An dieser Stelle darf sicher einmal festgehalten werden, daß die Vorstände der Schützengesellschaft Höver es immer verstanden haben, den Verein vor Unruhe und Unbe­sonnenheit zu bewahren. Möglich war das nur durch die Kontinuität in der Vereins-führung. Genau wie sein Vorgänger Friedrich Prüße blieb Herbert Busche über ein Jahrzehnt lang im Amt, die Aufgabe als Schießsportleiter wird im Jubiläumsjahr 1987 nun mittlerweile 30 Jahre lang ununterbrochen von Schützenbruder Erwin Rex wahrgenommen. Nur unter diesen Voraussetzungen war es letzthin möglich, daß sich die Schützengesellschaft über Jahre hinweg so gedeihlich entwickeln konnte.

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